Editionsrichtlinien

Allgemeines:

Die Datierung folgt den Angaben Hainhofers, diese entsprechen in der Regel dem Julianischen Kalender (stylus vetus); häufig ist zudem die um zehn Tage versetzte Datumsangabe des Gregorianischen Kalenders (stylus novus) beigegeben.

Eigennamen werden entsprechend der Vorlage wiedergegeben.

Die Transkription hält sich beim Buchstabenbestand an die Schreibweise der Vorlagen. Die Buchstaben „i/I”, „j/J”, „u/U”, „v/V” und „w” werden nach der originalen Schreibweise transkribiert.

Diakritische Zeichen werden wiedergegeben, sofern sie nicht als reine Lesehilfen dienen (wie z. B. der u-Bogen über „u” und „w”, allerdings wird Doppelpunkt über „y” beibehalten). Fehlende Punkte über „i” und „j” werden stillschweigend ergänzt.

Die originale Groß- und Kleinschreibung wird beibehalten. Bei „d”, „k”, „l”, „v”, „w” und „z”, bei denen eine intendierte Groß- oder Kleinschreibung sehr häufig nicht klar auszumachen ist, richtet sich die Wiedergabe nach der sonst in der Vorlage dominierenden Schreibkonvention. Ist eine solche nicht erkennbar, wird in diesen Zweifelsfällen mit der Ausnahme von Satzanfängen, Anredeformeln und Eigennamen der Kleinschreibung der Vorzug gegeben.

Ligaturen wie „Æ/æ” und „Œ/œ” (für „ae” bzw. „oe”) werden aufgelöst.

Die Getrennt- und Zusammenschreibung folgt der Vorlage. In Fällen nicht eindeutiger Schreibungen findet die heutige Orthographie Anwendung.

Die Interpunktion des Originals bleibt unverändert. Ausgenommen davon sind allein heute ungebräuchliche und missverständliche Zeichen (z. B. doppelte Bindestriche oder Worttrennungen), die gemäß ihrer intendierten Funktion durch entsprechende ‚moderne‘ Zeichen ersetzt werden.

Im Wortinneren und im Wortauslaut wird die Kleinschreibung angewendet (z.B. statt „einZurichten“ „einzurichten“), ausgenommen bei durchgängigen Versalbuchstaben und etwa im Falle substantivischer Komposita (z. B. kriegsVolckh).

Textgestalt:

Die originalen werden Seitenwechsel in der Edition vermerkt. Außerdem erfolgt die Textwiedergabe zeilengetreu, soweit dies graphisch möglich ist.

Alle originalen Ergänzungen, Hervorhebungen und Streichungen werden in den Editionstext der Reiserelationen aufgenommen und kenntlich gemacht. Ergänzungen sind durch einfache spitze Klammern dargestellt; Streichungen sind durchgestrichen.

Eingebundene Drucke werden ebenfalls transkribiert und als solche durch graphische Hervorhebung kenntlich gemacht.

Die fremdsprachigen Passagen der Texte sind entsprechend der zeitgenössischen Praxis in der Regel in Antiqua-Buchstaben verfasst; die Edition vollzieht dies durch eine äquivalente Unterscheidung der Schriftarten nach.

Alle fremdsprachigen Texte werden vollständig wiedergegeben und in der Regel mit einer deutschen Übersetzung versehen. Ausnahmen können längere Gedichte und Abhandlungen sein. Deren Übersetzung wird kontextabhängig festgelegt. Bei Zitaten aus fremdsprachiger Literatur wird die Übersetzung nach modernen, möglichst kritischen Ausgaben und Editionen angeboten, sofern diese verfügbar sind. Andernfalls wird auf zeitgenössische oder sonstige Übersetzungen zurückgegriffen. Offensichtliche Fehler im Text werden auch bei nicht in deutscher Sprache verfassten Passagen korrigiert und im kritischen Apparat erläutert.

Zusätze der Bearbeiter werden im Text durch eckige Klammern markiert. Unklare Stellen werden durch ein mit eckigen Klammern versehenes Fragezeichen, unlesbare oder verlorene Textteile, die aus dem Zusammenhang nicht mehr rekonstruierbar sind, durch Auslassungspunkte „[…]” kenntlich gemacht. Letztere erläutert u.U. der textkritische Apparat. Bei vermeintlich zweifelhaften, ungewöhnlichen oder missverständlichen Wortansetzungen wird die korrekte Textwiedergabe durch ein in eckige Klammern gesetztes Ausrufungszeichen „[!]” bestätigt.

Mit Hilfe von heute ungewöhnlichen Satzzeichen wie etwa „(: … :)” oder „:/: … :/:” abgesetzte Wörter bzw. Textpartien werden einheitlich modernisiert und in einfache runde Klammern gesetzt.

Die originalen Abkürzungszeichen bleiben lediglich bei Währungs- und Maßeinheiten unverändert. Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen, wird der Usus, Grund- oder Kardinalzahlen mit Punkten zu versehen, stillschweigend übergangen; nur bei Ordnungszahlen wird prinzipiell der Punkt gesetzt.

Kustoden werden nur vermerkt, wenn sie vom Anfang der folgenden Seite abweichen.

Abkürzungen, Sonderzeichen und Zahlen:

Konventionelle Kürzungszeichen erfahren bei unzweifelhafter Bedeutung stillschweigende Auflösung. Diese Regel gilt im Einzelnen für sämtliche mit waagerechten Strichen oder einem der Tilde ähnlichen Zeichen angezeigten Kurzformen, für Kürzungen von „das” bzw. „daß” in Form eines „dz” sowie von „was” in Form eines „wz”, für Aufwärtsschleifen statt der Endung „-er”, für Abwärtsschleifen statt der Endungen „-em” und „-en”, für Nasalstriche über Vokalen, für Verdopplungsstriche über den Nasalen „m” und „n” sowie für alle zeitgenössisch gebräuchlichen Kürzel der Silben „am”, „em”, „en”, „om”, „ous”, „per”, „prae”, „pro”, „qu”, „que”, „qui”, „um”, „ur”, „us” und „ver”.

Alle weiteren Abkürzungen, außer solchen für Währungs- und Maßeinheiten, werden kursiv aufgelöst, wobei die Abkürzungszeichen der Vorlage entfallen.

Abkürzungen von damaligen Währungs- (z. B. für Gulden) und Maßeinheiten (z. B. für Klafter, Meile, Pfund) sowie sämtliche Sonderzeichen bleiben im Text unverändert und werden durch ihre Verlinkung mit dem ausgeschriebenen Wort im kritischen Apparat aufgelöst und ggf. in ihrer zeitgenössischen Bedeutung erklärt.

Zahlzeichen werden vorlagegetreu wiedergegeben.