Bernstein-Objekte der Sammlung des Hans Ulrich Krafft

Kategorien

Datierung

1614–1616

Material/Technik

Bernstein

Weitere Angaben

Die nicht mehr nachweisbare Sammlung an Bernsteinobjekten des Hans Ulrich Krafft, für die er eigens einen Kabinettschrank hatte anfertigen lassen, bestand aus Heiligenbildern, einem Rosenkranz, Bildnissen des pommerschen Fürstenpaares, einem Trinkgeschirr und einem Besteck.

Kommentar

In Beantwortung von Hainhofers Bericht versprach Herzog Philipp II. von Pommern-Stettin am 22. Juli 1615 (julianisch) die Übersendung eines gewünschten Messers und einer gewünschten Gabel aus Bernstein an Krafft (HAB, Cod. Guelf. 96.4 Extrav., fol. 11v, publiziert bei Doering 1894, S. 268). In den frühen Fassungen seines Stuttgarter Berichts schreibt Hainhofer (fol. 227v, Lesarten), dass er für das Messer und die Gabel eine Scheide aus Fischhaut hatte herstellen lassen, die er von Johann König mit den Vier Evangelisten und einem Salvator bemalen ließ. Eine Kiste mit Gegenständen aus Bernstein, die der Herzog von Pommern an Hans Ulrich Krafft sandte und deren Transport am 3. Januar 1614 bei einem Kutscher nach Leipzig in Auftrag gegeben wurde, ist aufgeführt in HAB, Cod. Guelf. 96.4 Extrav., fol. 10r. Demnach übersandte der Herzog damals ein Marienbild, Petrus und Paulus, ein Becherlein mit Deckel, ein Paternoster, ein Bildnis von sich und seiner Frau sowie einen Löffel aus Bernstein. Hans Ulrich Krafft erhielt somit nach eigenen Angaben durch Hainhofers Vermittlung Geschenke von Herzog Philipp von Pommern, darunter 1615 einen Gnadenpfennig, ferner Bilder aus Bernstein, Becherlein, Löffel und Messer im Wert von über 200 Gulden. Auf Hainhofers Rat sandte Krafft dem Herzog zwei Fässer mit Pasteten und Keramiken, verfertigt von dem aus Nürnberg nach Geislingen zugewanderten Hafner Valentin Ernst (vgl. Krafft 1861, S. 427). Der renommierte Valentin Ernst hat auch für Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach ein schönes Schreibzeug und für dessen Gemahlin eine zierliche Pastetenschüssel verfertigt (vgl. Rott 1917, S. 68). Auf seiner Rückreise von der Kindstaufe in Stuttgart besuchte Hainhofer am 22. März/2. April 1616 Krafft erneut in Geislingen und überbrachte ihm eine Bernsteinarbeit als Geschenk Herzog Philipps von Pommern.

Befindet/befand sich in

Kabinettschrank des Hans Ulrich Krafft

Vorkommen im Text

  • Stuttgart 1616, fol. 227r: [...] / Kraft den Augstein, darfür er sich gegen Euer / Fürstliche Gnaden vnnderthänig bedanckt, zuegestelt, / [...]
  • Wildbad/Heidelberg/Durlach 1615, fol. 218v: [...] schreibtisch gezaigt, / den er von wegen der empfangenen Augsteininen sachen / machen lassen, vnd weil er bülder, paternoster, / trinckgeschirr vnd ein löffel von Augstein, so verlangt / Jhne wol auch ein messer vnd ein piron dazu zuhaben, / [...]

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