München, Residenz, Neuveste

Neuveste von Süden, Zustand um 1540. Rekonstruktion von W. Schaefelein (1965)
Aus: Habel / Hallinger / Weski 2009.
München, Residenz, Plan der Gesamtanlage (Zustand um 1630), Privatbesitz, Ausschnitt: Die Anbindung der Neuveste (oben links) an die neuen Residenzbauten
Aus: Habel / Hallinger / Weski 2009.

Anderer Name

Alte Neuveste

Kategorien

Datierung

Baubeginn 1385, mehrere Erweiterungsphasen bis ca. 1580, danach Integration in die Residenz und Abbruch

Weitere Angaben

Die Neuveste wurde als herzogliche Wasserburg ab 1385 an der äußersten Nordostecke der zweiten Münchner Stadtbefestigung errichtet (vgl. zur Stadtmauer u.a. die Angaben unter „Karlstor“ im Ortsregister). Sie diente nach schweren Unruhen in der Stadt in den Jahren vor Baubeginn zunächst vor allem als Fluchtburg gegen die Stadt, ab dem frühen 15. Jahrhundert als Residenz der bayerischen Herzöge. Ursprünglich eine traditionelle Burg mit Bergfried (Silberturm, in einer späteren Bauphase zudem noch der runde Christophturm), Palas und Ringmauer, wurde der Gebäudekomplex insbesondere ab 1468 unter Herzog Albrecht IV. zu einer Vierflügelanlage ausgebaut und unter dessen Sohn Wilhelm IV., der die Residenz jetzt gänzlich vom Alten Hof in die Neuveste verlegte, um den Rundstubenbau und eine neue Kapelle ergänzt. Noch unter Albrecht V. und Wilhelm V. wurde die Neuveste in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, vor allem um den Georgssaal als höfischem Festsaal erweitert, doch verstärkte letzterer bereits die Baumaßnahmen außerhalb der engeren Grenzen der Wasserburg (vor allem Grottenhofbau), bis wiederum dessen Sohn Maximilian I. die Residenz vollständig in die Neubauten an der Schwabinger Gasse verlegte und die Neuveste in diese neue Residenz durch den Abriss von Silberturm und Palas integrierte. Nach einem Brand im Jahr 1750 wurden große Teile der verbliebenen Bauten der Neuveste zerstört, der Rest 1832 niedergelegt.

Kommentar

Hainhofer besichtigte 1611 die Neuveste kurz vor ihrer Integration in die neuen Residenzbauten und dem Abbruch wesentlicher, insbesondere älterer Bauteile. Sein negatives ästhetisches Urteil zur gotischen Bausubstanz (fol. 140v: „inwendig ain zimblich finsters melancholisches wesen“), das er auch an anderer Stelle äußert (vgl. z.B. den Werkregistereintrag zum Alten Rathaus), trifft sich somit offensichtlich mit der Einschätzung des Landesherrn. Eine anerkennende Erwähnung finden nur neuere Bauteile wie der Georgssaal. Der von ihm genannte „klainere[…] Saal auch mit Hültzenem vergulten gedüll“ und die „haimliche[n] löcher“ (fol. 141r) sind in ihrer Lokalisierung ungewiss.

Befindet/befand sich in

München, Residenz

Schlagwörter

Vorkommen im Text

  • München 1611, fol. 140v: [...] / Auß der Newen Vöste, gehet man in die alte Newe / Vöste, welche vor disem auch die Newe Vöste ge- / nant , vnd ehe dise ietzige Newe Vöste gebauet / worden, die gewohnliche [...]
  • München 1611, fol. 140v: [...] ain zimblich finsters / melancholisches wesen ist, vnd in diser alten / Newen Vöste fürnemblich [...]
  • München 1611, fol. 141r: [...] wesen ist, vnd in diser alten / Newen Vöste fürnemblich ain schöner mit mar- / melstain [...]
  • München 1611, fol. 141r: [...] / Jn diser alten Newen Vöste wohnet Hertzog Al- / brecht, biß das man den [...]

Kommentare

Neuer Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich für Rückfragen verwendet und nicht veröffentlicht. Der Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.

Wird geladen …