Darstellung des Scheyrer Kreuzes (Monstranz)

Kategorien

Datierung

vor 1611

Material/Technik

Kupferstich

Format/Maße

32,5 × 16,1 cm (Pl.)

Gegenwärtiger Standort

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Signatur/Inventarnummer

Cod. Guelf. 23.3 Aug. 2°, fol. 165v

Weitere Angaben

Ein Partikel des Heiligen Kreuzes kam nach der Mitte des 12. Jahrhunderts in die bayerische Abtei Scheyern: „Zwischen 1155 und 1157 sandte der Patriarch Fulcher von Jerusalem den Kanoniker Konrad zum Sammeln von Spenden für die Grabeskirche nach Süddeutschland, wobei er ein Kreuzreliquiar mitbekam, vor dem ‚alle, die eine Kreuzfahrt gelobt hatten, diese jedoch ohne eigenes Verschulden nicht antreten konnten, gegen Gebet und Güterschenkung an die Grabeskirche von ihrem Gelübde gelöst‘ würden. Dieser Geleitbrief des Patriarchen mitsamt dem Reliquienkreuz wurde wohl auf Veranlassung Herzog Konrads II. von Dachau-Meranien geraubt und in sein Hauskloster Scheyern verbracht. Dort sind heute – außer dem Kreuzpartikel selbst – noch erhalten: der originale Holzkern des Reliquiars und das hier interessierende silbervergoldete ‚Futteral‘ […]. Es ist auf der Vorderseite zur Aufnahme des Doppelkreuzes ganz geöffnet, während die Rückseite Ranken aus quadratischen Stanzen zeigt. […]“ (Meurer 1985, S. 66–67).

1511 fertigte der Landshuter Goldschmied Lienhard Burger für die mittelalterliche Fassung der Kreuzreliquie im Auftrag des Abtes Johannes Turbeit (Turbayt, gest. 1535) für 200 Gulden eine Monstranz an, 1513 wurde sie schwer vergoldet. An den Kreuzesenden der Monstranz waren Reliefs der hl. Helena (oben) und der vier großen abendländischen Kirchenlehrer (an den beiden Querarmen), im Knauf die Silberstatuen der Klosterpatrone angebracht. Nachdem bereits 1730 Abt Maximilian Rest (gest. 1734) die unmittelbare Fassung der Reliquie hatte erneuern lassen, wurde unter seinem Nachfolger Plazidus Forster (1695–1757) die alte Monstranz vom Augsburger Goldschmied Herkomer eingeschmolzen und durch ein neues, jetzt noch erhaltenes Ostensorium von Silber in den prunkhaften Formen des Rokoko ersetzt.

Die beiden Hainhofer überreichten Darstellungen des Scheyrer Kreuzes zeigen auf einem Blatt die innere Fassung des Kreuzpartikels in Form eines Patriachenkreuzes mit weiteren Reliquien an den Endpunkten und auf dem anderen die äußere spätgotische Monstranz. Das hier behandelte Blatt ist die Darstellung der Monstranz sowie eine wichtige Bildquelle zu deren spätgotischer Gestalt.

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