Stammbaum von Hans Heinrich Haintzel und Barbara Neidhart auf dem Rad eines Pfaus

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Datierung

1584

Material/Technik

Kupferstich/Papier

Format/Maße

40,4 × 52,3 cm (cm)

Signatur/Inventarnummer

eingebunden in Cod. Guelf. 68.3 Aug. 2°

Weitere Angaben

Der radschlagende Pfau, der auf seinem Gefieder die Wappen und Namen der Ahnenprobe der Familien Haintzel und Neidhart über 6 Generationen wiedergibt, steht mittig vor einer weiten Landschaft unter wolkigem Himmel, worin links ein von einem Wassergraben umgebenes Landschloss und rechts eine Burg auf hoher Felsenklippe dargestellt ist. Der Pfau galt als Attribut der Juno als Symbol ehelicher Liebe und Treu, für Augustinus versinnbildlichte er Unsterblichkeit (Civ., 21,4 und 7; vgl. Ausst.-Kat. Augsburg 2011, S. 232–237, Kat.-Nr. 37 [Christoph Nicht]). An der Brust des Pfaus befinden sich die Wappenschilde der Probanden. Dies waren Hans Heinrich Haintzel (geb. 1553) und Barbara, Tochter von Gabriel Neidhart von Werdenau, sowie Hans Ludwig Haintzel und Susanna Neidhart von Werdenau, Schwester der Barbara. Hans Heinrich Haintzel, der 1575 heiratete, war Oberrichter in Augsburg, musste aber wegen des Kalenderstreits die Stadt 1584 verlassen und starb in der Schweiz. Sein Bruder Hans Ludwig (geb. 1560) heiratete am 1582 Susanna Neidhart. Es war eine Doppelhochzeit, am selben Tag ehelichte sein Bruder Hans Jakob (geb. 1558) Sabina, Tochter des Paul Neidhart. Da in beiden Kartuschen des Stichs die Jahreszahl 1582 vorkommt, ist zu vermuten, dass hier auf die Doppelhochzeit angespielt wird. Paul Melissus (1539–1602) verfasste anlässlich der Doppelhochzeit ein Gedicht, in dem auch die sieben Jahre zurückliegende Heirat von Hans Heinrich Haintzel erwähnt wird sowie die in dieser Ehe geborene Tochter Veronika (vgl. Schultheiß 2015, S. 265–267). In den Kunstsammlungen und Museen Augsburg befindet sich ein mit Deckfarben gemalter Pfau mit dem Stammbaum Hainzel-Hainhofer, der 1581 datiert ist. Er wurde von Johann Baptist Haintzel (1556–1638), seit dem 26. Oktober 1579 verheiratet mit Barbara Hainhofer (1562–1605), in Auftrag gegeben (vgl. Ausst.-Kat. Augsburg 1980–1981, Bd. 1, S. 362–364, Kat.-Nr. 365). Barbara Hainhofer war eine Cousine Philipp Hainhofers. Ein gemalter Stammbaum Philipp Hainhofers und seiner Frau Regina Waiblinger auf einem radschlagenden Pfauen findet sich in der von Hainhofer 1626 angelegten Stammens-Beschreibung des Hainhoferischen Geschlechts, fol. 5v–6r.

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