Astor Leoncelli

* ca. 1535
✝ 1603

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Weitere Angaben

Leoncelli war zunächst während der Jugend Maximilians in Ingolstadt dessen Französisch- und Italienischlehrer. Er wurde zum Prinzenstallmeister, Kämmerer und von 1595 bis 1602 Oberstallmeister. Auch die Versorgung und Bildung der Edelknaben gehörte zu seinen Aufgaben. Leoncelli wurde 1603 wegen Homosexualität auf Schloß Pähl hingerichtet.

Kommentar

Hainhofer weist hier auf ein Ereignis hin, dessen Vorkommen offenbar stadtbekannt, die genauen Umstände aber unklar sind. Auch heute können diese nur anhand weniger und als ‚Hexenakten‘ verschlossener Archivbestände rekonstruiert werden. Astor Leoncelli wurde, seinem Stande gemäß, fernab der Hauptstadt auf Schloß Pähl eingekerkert. Zur Anklage der Verführung zweier Pagen kamen weitere Anschuldigungen von Sexualverbrechen gegenüber Jungen und Männern. Nach seiner Folter und einem geheimen Gerichtsverfahren wurde das Todesurteil ausgesprochen und die Enthauptung vom Scharfrichter binnen einer Nacht durchgeführt. Herzog Maximilian hatte das Todesurteil über seinen Freund persönlich verhängt. Nach dieser Affäre wurde das Amt des Oberststallmeisters unter Maximilian I. eine Domäne der Familie Fugger. Für den abenteuerlichen Versuch einer Verkupplung des Herzogs mit einer Spanierin zum Zwecke der Zeugung eines Thronfolgers, auf die Hainhofer hindeutet, lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt keine Nachweise finden.

Konfession

  • katholisch

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