Francesco Contarini

* 1554
✝ 1624

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Weitere Angaben

Francesco, Mitglied der veneziainschen Patrizierfamilie Contarini, war von 1623 bis 1624 der 95. Doge von Venedig. Er studierte in Padua Rhetorik, Philosophie und Jura und galt als einer der Spitzendiplomaten der Republik, die er im Laufe der Jahre am Vatikan und an vielen Höfen Europas vertrat.

Kommentar

Im Jahr 1610 war Francesco Contarini Gesandter Venedigs in London. Es sind von ihm acht Schreiben nach Venedig erhalten, die er zwischen dem 4. Februar und 4. März 1610 in London verfasst hat (vgl. Brown 1864, S. CXXV). Auf der Rückreise nach Venedig besuchte er Hainhofer. Am 17./27. April berichtet Hainhofer Herzog Philipp II. von Pommern-Stettin, dass vor vier Tagen Francesco Contarini, venezianischer Gesandter zu Savoyen, Frankreich und England, auf der Rückreise mit 30 Personen nach Augsburg gekommen und wegen des anderen Klimas und der Verpflegung erkrankt sei. Hainhofer habe ihm eine Sänfte besorgt, damit er die restliche Reise nach Venedig bewältigen konnte. Contarini habe berichtet, dass ihn der König von England sehr ehrenvoll behandelt und ihm wertvolles Silbergeschirr geschenkt habe. Hainhofer bezeichnete Contarini als alten Herrn, der in schlechter gesundheitlicher Verfassung war (vgl. Schlegel 1877, S. 4). In seinem Schreiben vom 9. Juni 1610 an Herzog Philipp erwähnt Hainhofer Contarini, der ihm versprochen habe, einen Stammbucheintrag des Dogen von Venedig zu besorgen (vgl. HAB, Cod. Guelf. 17.23 Aug. 4°, fol. 136r; Schlegel 1877, S. 18, und Doering 1894, S. 3). Hainhofer erwähnt zudem Contarini und seinen Kaplan in einem Schreiben an Herzog Philipp II. von Pommern-Stettin vom 4./14. Juli 1610 (vgl. Doering 1894, S. 9). Im selben Jahr trug sich Contarini in Hainhofers Stammbuch ein (vgl. Großes Stammbuch, p. 123). Diesen Eintrag erwähnt Hainhofer in seinem Schreiben an Herzog Philipp II. von Pommern vom 5./15. September 1610, die Illustration stammt von einem venezianischen Maler (vgl. Doering 1894, S. 30). Gerolamo Lando, der Contarini 1613 auf seiner Gesandtschaft nach Regensburg begleitete, war sein Neffe. Contarinis Berichte gelangten zuweilen in fremde Hände, denn im Jahre 1621 kaufte er, damals Botschafter in Rom, die Abschrift eines Berichtes, den er 1610 in England für den Senat in Venedig verfasst hatte (vgl. Brown 1864, S. XLIV). Zu Contarini siehe auch das Personenregister der Edition der Tagebücher Herzog Christians II. von Anhalt-Bernburg. Er war bei der Wahl Contarinis zum Dogen 1623 persönlich in Venedig anwesend und trug dies am 29. August/8. September in sein Tagebuch ein.

Konfession

  • katholisch

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