Johann Friedrich Schlöer

* 1569
✝ 1637

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Weitere Angaben

Johann Friedrich Schloer, 1586 als kurfürstlicher Stipendiat in Heidelberg verzeichnet, promovierte am 20. Dezember 1589 zum Magister Artium; es folgte der Doktortitel an der Universität Genf, wo er sich am 29. Oktober 1594 immatrikuliert hatte. Im Jahr 1599 trat er in kurfürstlich-pfälzische Dienste. Am 2. Februar 1600 wurde er von Kurfürst Friedrich IV. zum Rat ernannt und nach Amberg in der Oberpfalz versetzt. Im September des gleichen Jahres heiratete er Johanna (* 1581), Tochter des Heidelberger Professors und kurpfälzischen Hofpredigers Daniel Tossanus d. Ä. (1541–1602). Auf eigenen Wunsch wurde er nach fünf Jahren aus gesundheitlichen Gründen wieder nach Heidelberg versetzt und vorwiegend in der Verwaltung und im diplomatischen Dienst eingesetzt. Johann Friedrich Schloer gehörte der siebenköpfigen Gesandtschaft an, die die kurpfälzischen Interessen auf dem Regensburger Reichstag 1608 vertrat, und befand sich unter den Delegierten, die Kurfürst Friedrich V. zur Kaiserwahl Ferdinands II. im August 1619 nach Frankfurt am Main sandte. Da Friedrich V. als gewählter böhmischer König der Reichsacht verfiel und seiner Herrschaft enthoben wurde, ist unsicher, wo und in welcher Funktion der kurfürstliche Rat Schloer und seine Familie die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges erlebten. Von der bayerischen Besatzungsmacht in Heidelberg wurde er als Kriegsverbrecher verfolgt, da er „unterschiedliche böse Consilia“ verfasst habe. Er ist kurz als Exilant in Straßburg nachweisbar und tritt 1625 bis etwa 1631 als Rat der Grafen von Hanau-Münzenberg und 1633 als Mitglied der Notregierung unter dem Administrator der Pfalz, Pfalzgraf Ludwig Philipp (1602–1655), in Heidelberg in Erscheinung. Nach der für die Kaiserlichen erfolgreichen Schlacht bei Nördlingen 1634 mussten die schwedischen Truppen die nur kurz gehaltene pfälzische Hauptstadt räumen, die Regierung löste sich auf und Schloer flüchtete mit seiner Familie nach Meisenheim.

Konfession

  • protestantisch

Vorkommen im Text

  • Regensburg 1613, fol. 57v92v: [...] Rechten Doctor/ Cantzler zu Amberg/ Andreas / Paul/ Johann Friderich Schlöer/ Georg Friderich / Pastor/ beede der Rechten Doctorn/ Jacob Geuder / zum Heroltzberg/ alle der Churfürstlichen [...]
  • Regensburg 1613, fol. 57v98r: [...] / Rechten Doctor/ Cantzler zu Amberg/ Andres Paul/ / Johann Friderich Schlöer/ Georg Friderich Pastor/ / beide der Rechten Doctores/ [...]
  • Regensburg 1613, fol. 57v98r: [...] / thumbs Zweybrücken. / Andre Paul/ Johann Friderich Schlöer/ vnnd / Georg Friderich Pastor/ beide der Rechten Do- / [...]
  • Regensburg 1613, fol. 57v100v: [...] / Churpfältzischer Cantz- / ler zu Amberg/ vnd Johann Friderich Schlöer/ beide / der Rechten Doctores vnd Räthe. [...]
  • Regensburg 1613, fol. 57v103r: [...] / Gernroda/ / Johann Philips Petsch/ vnnd Johann Friderich / Schlöer/ beyde der Rechten Doctorn/ vnnd Chur- / fürstliche Pfälzische respectiuè Cantzler vnd Räthe zu [...]

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