Wilhelm Peter Zimmermann: Beschreibung vnd kurtze Radierte entwerffung der Fürstlichen Hochzeit [...], Augsburg 1614, Taf. 4: Wie man zur Kirchen gangen/ geritten und gefahren ist

Anderer Name

Hochzeit von Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Magdalena von Bayern 1613: Einzug zur Münchner Frauenkirche

Kategorien

Datierung

1614

Material/Technik

Radierung/Papier

Format/Maße

21,0 × 29,2 cm

Signatur/Inventarnummer

Cod. Guelf. 6.6 Aug 2°, zwischen fol. 126v und fol. 127r

Weitere Angaben

Die Radierung ist Teil einer Festbeschreibung, die Wilhelm Peter Zimmermann anlässlich der im November 1613 stattfindenden Münchner Hochzeit von Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Magdalena von Bayern veröffentlichte. Die 1614 in Augsburg erschienene Publikation enthält elf Radierungen Zimmermanns, beginnend mit einem Prospekt der Stadt München vor der Ankunft der Neuburger mit vor der Stadt wartenden Soldaten und endend mit der Ankunft der Vermählten in Neuburg an der Donau. Die Bilderläuterungen Zimmermanns enthalten des Öfteren Fehler, wie falsche Personenbenennungen, oder sind unvollständig.

Tafel 4 zeigt den Marienplatz (B) mit dem Einzug der Festgemeinde (mit einzeln ausgewiesenen fürstlichen Personen: D–I) in die Frauenkirche (A), außerdem das Landschaftsgebäude (C).

Kommentar

Philipp Hainhofer ließ den Druck mit dem Radierungszyklus am Ende seiner eigenen Beschreibung der Münchner Hochzeit von 1613 in Cod. Guelf. 6.6 Aug. 2° einbinden (zwischen fol. 126v und fol. 127r). Die Zusammenarbeit zwischen ihm und Zimmermann muss aber noch weiter gegangen sein, da der Text der gedruckten Festbeschreibung größtenteils der Rohfassung von Hainhofers Münchner Reise von 1613 in HAB, Cod. Guelf. 11.22 Aug 2° entspricht (vgl. die Einleitung zu München 1613 und die Stellenkommentare zur gedruckten Festbeschreibung).

Die Ziffern sind seitenverkehrt wiedergegeben. Als Verweisbuchstaben finden sich A–I; das H, das laut Legende die Bräutigammutter betrifft, und das I, das sich auf die Braut Magdalena von Bayern bezieht, befinden sich an den Dächern der zwei dargestellten Kutschen. Die Legende widerspricht dem Bericht Zimmermanns, wonach die Braut und die Mutter des Bräutigams in einer gemeinsamen Kutsche saßen und der Vater des Bräutigams in einer anderen Kutsche. Auf dem Stich sitzen in der Kutsche mit H zwei Männer, in der Kutsche mit I vier Frauen. Zimmermanns Bericht zufolge saßen die Braut und die drei Fürstinnen (Elisabeth Renata von Lothringen, Mathilde von Bayern und Pfalzgräfin Anna) in einer Kutsche, darauf folgte die Kutsche mit den beiden alten Herren, Herzog Wilhelm von Bayern und Pfalzgraf Philipp Ludwig; die Reihenfolge ist auf dem Stich genau umgekehrt. In einer weiteren, nicht auf dem Stich dargestellten Kutsche saßen laut Zimmermanns Bericht der Bischof von Eichstätt und zwei Brüder des Bräutigams.

Vorkommen im Text

Kommentare

Neuer Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich für Rückfragen verwendet und nicht veröffentlicht. Der Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.

Wird geladen …