Cornelius Jansen Hauser von Ach

✝ 1611

Wirkungsdaten: 1589–1611 nachgewiesen

Weitere Angaben

Am 29. Januar 1589 erwarb der aus den Niederlanden stammende Cornelius Hauser (Heuser) das Bürgerrecht in Speyer unter seinem vollen Namen „Cornelius Jansen von Ach genant Heuser“. Der mit Hainhofer gut bekannte Augsburger Arzt Karl Widemann listete um 1620/1625 in seinem Verzeichnis einiger spagyrischer Mediziner und anderer Künstler „Cornelius Heuser, Mahler vnd des Raths zue Speir“ auf und fügte hinzu „Obiit anno 1611“. Der Paracelsist Oswald Croll (1580–1609) erwähnte Hauser 1594 in einem Schreiben an den Goldkronacher Bergwerksbesitzer Frantz Kretschmair (vgl. Paulus 1992, S. 49–50, 56). Cornelius Hauser, verheiratet mit Kunigund Weiler (Willer), ließ in der Kirche St. Georgen am 22. Mai 1595 einen Sohn auf Joannes Cornelius taufen, dabei wurde er als Bürger und Maler bezeichnet; einer der Paten war der Bürgermeister von Aachen Bonifacius Colyn († 1608). Am 6. November 1605 ließ er in der Predigerkirche eine Tochter Anna Magdalena taufen, hier ist er ohne Beruf aufgeführt. 1606 trat er in St. Georgen als Pate eines Kindes des Speyerer Bildhauers David Voidel auf, wurde aber durch seine Frau vertreten (vgl. Thesaurus Personarum, Taufbücher St. Georgen und Predigerkirche). 1608 wird er in einer Abrechnung über die Kosten eines gemalten Epitaphs in der Augustinerkirche zu Speyer erwähnt (vgl. Armgart/Weber/Hausmann 2003, Bd. 2: J–P, S. 1201). Es ist nicht ganz sicher, dass er mit dem von Hainhofer genannten Cornelius identisch ist, doch könnten die im Reisebericht erwähnten zahlreichen „conterfett“ im Hochaltarbild der Speyrer Jesuitenkirche dafür sprechen, denn als Bildnismaler ist Cornelius Hauser mehrfach nachgewiesen. Er malte 1602 Porträts von Clara Buchner, geb. Weyermann, und von dem aus Nürnberg gebürtigen Reichskammergerichts-Assessors in Speyer Sigismund Buchner (1556–1608), die 1674 als Vorlagen für Kupferstiche von Johann Alexander Böner (1647–1720) dienten (Mortzfeld, A 3017 und A 3023). Von seiner Hand stammt ferner das Porträt des Johann Adam von Bicken (1564–1604), 1601–1604 Kurfürst und Erzbischof von Mainz, das Crispijn van de Passe d. Ä. (1564–1637) stach (Mortzfeld, A 26971). Derselbe Erzbischof stellte am 23. Februar 1603 einen Jakob Hausser als Hofmaler ein (vgl. Schrohe 1912, S. 98). Von ihm existiert eine 1595 in Rom entstandene Federzeichnung mit Merkur und Psyche, signiert: „Jacobus Hauszer van Ach/ in Rom Anno 1595“. Sie war 1990 im Besitz der Galerie Siegfried Billesberger, Moosinning, und wurde am 9. Mai 2014 bei Karl & Faber angeboten (Auction 255). Geissler 1979, Bd. 2, S. 56, erwähnt eine von Jakob Hausser von Ach am 15. Juni 1600 in Speyer angefertigte Zeichnung einer Danae in der Ossolinski-Bibliothek in Breslau (alte Inv.-Nr. 8747). Verwandt mit Cornelius und Jakob (Brüder?) dürfte auch der von Hans Rottenhammer beeinflusste Maler Johann Hausser von Ach sein, von dem sich ein auf Kupfer gemalter Ecce Homo in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Augsburg, Barockgalerie im Schätzlerpalais (Inv.-Nr. 6421) befindet, ehemals in der Schlossgalerie Aschaffenburg. Eine von ihm signierte und 1603 datierte Anbetung der Hirten auf Kupfer war früher in der Sammlung Dr. Alfred Peltzer, Berlin-Wilmersdorf (s. Geissler 1979, Bd. 2, S. 98). Das später in New Yorker Besitz befindliche Bild wurde am 6. Oktober 2020 von der Potomack Company, Alexandria, VA, USA (Lot 505) verkauft.

Kommentar

Über den Maler „Cornelius“ macht Hainhofer keine weiteren Angaben und scheint vorauszusetzen, dass der Name Philipp II. von Pommern-Stettin bekannt sein müsse.

Konfession

  • keine Angabe

Ist Urheber von

Vorkommen im Text

  • Wildbad/Heidelberg/Durlach 1615, fol. 224r: [...] wendig hüpsch gemahlt, vnd ist der haupt Altar voller / conterfett vom Cornelio gemahlt worden, Der Bischoff / bawet in seim hoff, darumb helt er sich iezt im sommer zu [...]

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