Luca Trono (Tron)

* ca. 1552
✝ ca. 1625

Weitere Angaben

Luca Trono (venezianisch: Tron) aus Venedig trat als Goldschmied, Edelsteinhändler und Alchemist auf, war aber gelegentlich auch als Gesandter und Nachrichtenagent für Venedig tätig. Er belieferte 1594 den Herzog von Mantua, für den er als Goldschmied tätig war (vgl. Bertolotti 1889, S. 56, 84), ebenso wie verschiedene europäische Höfe. Zu seinen Kunden gehörten Herzog Maximilian I. von Bayern, Erzherzog Maximilian von Österreich, Herzog Johann Friedrich von Württemberg und König Jakob I. von England. Trono lebte zeitweise am Stuttgarter Hof und beim Herzog von Lothringen in Nancy. Im März 1617 berichtete er aus Stuttgart an den Dogen von Venedig ( Höfler 1854, S. 388). Herzog Johann Friedrich von Württemberg ließ sich von Trono in alchemistische Geheimnisse einweihen (Hanack 1972, S. 30, 31 ). Am 26. September 1615 schrieb der venezianische Botschafter in Frankreich, Piero Contarini (1578–1632), aus Tours an die staatliche Inquisition, dass sich Luca Trono nach seiner Rückkehr aus England über Antonio Foscarini (1570–1622), venezianischer Botschafter in London, beklagt habe, weil dieser sich während der Messe bei Erhebung der Hostie ungebührlich benommen habe („Sig. Luca Tron blamed Foscarini for irreverence at mass, having made a fart at the elevation of the Host“). Daneben erhob Trono weitere Vorwürfe gegen Foscarini wegen Gotteslästerung (Calendar of State Papers Venice 1908, S. 29). Laut Schreiben Hainhofers an August d. J. vom 4./14. August 1625 lebte er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr (Gobiet 1984, S. 457, Nr. 825).

Kommentar

Am 3. April 1614 teilte Hainhofer Herzog August d. J. zu Braunschweig-Lüneburg mit, dass ihn der Alchemist Luca Trono aus Venedig besucht habe (Gobiet 1984, S. 57, Nr. 47); am 9. April 1614 schrieb er an Herzog Philipp II. von Pommern-Stettin, dass Trono bei Erzherzog Maximilian und beim Herzog von Bayern gewesen sei und ihm Edelsteine verkauft habe (Doering 1894, S. 256, Nr. 119). Ausführlich berichtete Hainhofer Herzog August am 10. April 1614 über die Kundschaft Tronos, zu welcher der Herzog von Bayern und Ludwig Friedrich von Württemberg gehörten, und gab dessen Alter mit 62 Jahren an. Auch er selbst kaufte bei Trono (Gobiet 1984, S. 58–59, Nr. 49). Sein Sohn Angelo Trono widmete Georg Rodolf Weckherlin ein Sonett, das dieser in den zweiten Band seiner Oden und Gesänge aufnahm (vgl. Weckherlin 1619, S. 119).

Konfession

  • katholisch

Vorkommen im Text

  • Stuttgart 1616, fol. 208v: [...] Clarissimo Luca Trono di Venetia [...]
  • Stuttgart 1616, fol. 209r: [...] so zahle man erst den Würth, vnd verehre Jhn mit / Kettinen vnnd Pocalen, wann Er wölle haimraisen , / [...]
  • Stuttgart 1616, fol. 209r: [...] , vnd Jhne alle Fürsten gar wol leiden / mögen, wie Er dann den Fürsten erzehlt, Er seÿ / sowol von Fürstlichem geschlecht, Allß Sie, vnd seie es [...]
  • Stuttgart 1616, fol. 214r: [...] Jtem ein schön geschnitten geschürrlin, auß dem goldt- / dupfeten stain vom Luca Trono erkauft, wie Euer Fürstlichen / Gnaden Jch vor disem kleine stainlen vnd Ohren beheng / [...]
  • Stuttgart 1616, fol. 214r: [...] , werde Jnn Kauf stehn, vnd Jr daß ge- / schürrlen, darein sie sehr verliebt waren, entgehn, / Diser Stain Jst dem Trono Jm SchmelzOfen, ohne gefehr / allso gerathen, allß er Jm Sinn hatte waß anders [...]
  • Stuttgart 1616, fol. 215r: [...] , / der Guet, den Lucam Trono, Doctor Bechlern, den [...]
  • Stuttgart 1616, fol. 229v84v: [...] dere seltenheiten vnd seltzamkeiten besehen/ vnd / sunsten die beede mahlzeiten zu mittag vnd nacht / (da ein Venetianischer edelman vor der tafel / nach Jtalianischer art/ ein kurtzweil tribe) wie auch / [...]

Kommentare

Neuer Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich für Rückfragen verwendet und nicht veröffentlicht. Der Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.

Wird geladen …